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Die nächste Baustufe sind die vor der Beplankung einzubauenden Teile des Innenkiels und des Innenstevens. Alle dazu benötigten Teile fertige ich aus den leider sehr schlecht aufgeschnittenen Sapeli-Blockbohlen. Die Hobelmaschine glühte zwei Tage, bis ich hinreichend gute Planken vorliegen hatte.
Im Bereich von Kielkasten und Mastfuß will ich den Innenkiel besonders stark ausbilden (40 cm breit über eine Länge von 2,30m); hier wird der Innenkiel 6cm stark (Abb. InKi-08, -16 -18). Über die gesamte Länge des Rumpfes werde ich den Kiel als eine zweischichtige Bohle lamellieren mit 19 x 3 cm Stärke. Im Bereich von Kielkasten bis Mast werden diese beiden Innenkiel-Teile (19x3cm-Bohle und 40cm breite Verstärkung) durch mehrere Lagen unidirektionaler Carbonfaser (300g/m²) verstärkt (Abb. InKi-14, -15). Die Carbonverstärkung stellt den zentralen Teil meiner geplanten “Carbon-Spinne” aus Kiel und Wrangen dar. Besondere Sorgfalt werde ich dabei auf die Übergänge der carbonverstärkten zu den unverstärkten Bereichen legen müssen, um Spannungen zu vermeiden. Dazu werde ich die Carbongelege zu den Außenbereichen (Bug/Heck sowie zur “Seite Deck” = die Kante, an der Deck und Rumpf mit dem Balkweger verbunden werden) hin immer dünner verlegen.
Den Innensteven lamelliere ich aus mehreren Lagen Sapeli 15mm stark (InKi-03 bis -07, -17). Hier hätte ich zur Gewichtsersparnis auch gern Carbon eingebaut; meine mangelnde Erfahrung mit diesem Material ließ mich jedoch zögern. Nun wird der Innensteven doch etwa vier bis fünf Kilogramm wiegen; ich werd’s verschmerzen. - Tatsächlich ist das Hauptanliegen beim Innensteven die richtige Profilierung. In 5 Stunden habe ich aus dem lamellierten Rohling das richtige Profil erstellt. Es hat massenhaft Schweiß und Tränen gekostet - und ein bißchen Blut. Der Erfolg entschädigt aber: die Straklatte sitzt überall satt an.
Das gleiche gilt für die Profilierung des fertig lamellierten Innenkiels, für den ich zwei Tage brauchte. Schließlich zeigt die Straklatte überall zufriedenstellende Schmiegen (InKi-17, -19, -20). Die Profilierung nahm ich zunächst mit dem Hobel und dann mit der Schleifmaschine und Schleifband Körnung 40 vor. Nach einer schweißtreibenden Arbeit von acht Stunden ist der Innenkiel fertig. Ich fixiere ihn am Mallengerüst mit aufgeklebten Holzklötzchen, die mit relativ schwachen Schrauben in die Mallen geschraubt sind. Damit wird eher die Schraube ausreißen, wenn der Bootsrumpf später vom Mallengerüst abgehoben wird. Die Klötzchen kann man dann einfach mit dem Stechbeitel abstemmen und beischleifen.
Und damit ist am heutigen Tage der Rumpf endlich fertig zum Beplanken!
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